Das Jahr 2013

Gruppen-/Kommunikations-Dynamik

Ich war auf dieser Reise von einer besonderen Kommunikationsdynamik betroffen, insofern, dass meine Gastgeberin, Yulya, Russisch, Belarussisch und ein bisschen Deutsch verstand. Ich konnte jedoch nur die paar Wörter Russisch, welche wir auf dem Vorbereitungstreffen gelernt hatten, also nicht viel mehr als "Hallo", "Tschüss" und "Wie geht es dir?". Ulya, eine Freundin von Yulya, die gut Deutsch konnte, war die ganze Woche mit dabei. Häufig erfüllte sie die Funktion als Übersetzer zwischen Yulya und uns Freiwilligen. So kam es häufig zu einer Art indirekter Verständigung. Ich glaube jedoch, dass Yulya den groben Inhalt, vieler Gespräche auch auf Deutsch verstanden hat. Durch diese Lösung wurde zwar die Kommunikation an sich vereinfacht, es war aber auch häufig so, dass sich Yulya nicht immer zu 100% beteiligen konnte.

Ich konnte mich ein paar Mal halbwegs gut mit Yulya unterhalten, das war aber auch nur durch ein Wörterbuch möglich. Irgendwie hat man sich trotzdem fast immer verstanden.

Noch interessantere Momente waren es, wenn die Kommunikation mit mehr als 2 Sprachen erfolgte, beispielsweise organisierten die Mädchen eine Internationale Party für uns.

An dieser nahm mehrere Belarrussen, ein Tscheche, eine Französin, ein Ukrainer, und ein Student aus Malaysia teil. Alle Anwesenden außer uns Deutschen konnten sich zumindest mit Russisch verständigen, wir konnten uns mit allen, außer unseren beiden Gastgeberinnen, auf Englisch unterhalten.

Am Anfang der Party saßen, aßen und tranken wir alle gemeinsam und es kam eine lockere Atmosphäre auf, in der es gar nicht großartig auffiel, dass in drei verschiedenen Sprachen geredet wurde. Eine „Sprachbarriere“ gab es nicht, irgendwie konnte man alles verstehen oder es wurde einem übersetzt.

Die Erfahrung, die ich in Belarus gemacht habe, hat mir gezeigt, dass man mit genügend Geduld und einem Wörterbuch fast alles Kommunizieren kann.

 

(J. Vollnhas)

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