Das Jahr 2010

Impressionen aus einem Kindergarten

 

Der Kindergarten, den wir uns angeguckt haben, ist wenig idyllisch inmitten eines Plattenbaudschungels gelegen. Wir mussten einige Zeit fahren, bis wir zu der Einrichtung gelangten.

Das Erste und definitiv Erdrückendste was uns auffiel war... die unglaubliche Hitze im Gebäude! Es war kaum auszuhalten.

 

Die Leiterin meinte auf Nachfrage dazu, dass so die Kinder nicht krank werden würden.

Wir wurden im Eingangsbereich empfangen und dann in einen Veranstaltungsraum gebracht in dem die Leiterin des Kindergartens uns erzählte, dass es verschiedene Gruppen gibt, diese nach Alter gestaffelt seien und sich in einer Gruppe 20-25 Kinder befänden, die von einer Erzieherin (Erzieher arbeiten dort nicht) allein betreut würden. Desweiteren meinte sie, dass es ein Buch gebe in dem stehe, was die Kinder können müssen, wenn sie den Kindergarten verlassen (Stift richtig halten, Farben unterscheiden etc.). Besonders talentierte Kinder erhalten eine

Förderung, die die individuellen Fähigkeiten herausstellen soll. Die Frau hat uns ausführlich erklärt, was es zu Essen gebe und dass der Kindergarten im Gegensatz zu anderen KiTa‘s in Minsk relativ klein sei. Anschließend wurden wir durch den Kindergarten geführt. Das ganze Gebäude ist, für deutsche Verhältnisse untypisch, mehrstöckig. Die jungen Kinder sind im Erdgeschoss und je älter sie werden, desto weiter nach oben kommen sie. Leider konnten wir uns nur einen Gruppenraum für die ganz Kleinen angucken. Dieser unterscheidet sich im Grunde kaum von Gruppenräumen in Deutschland. Der Waschraum war allerdings sehr trist und leer und der Schlafraum streng strukturiert und Bett an Bett. Wir erfuhren, dass die Kinder Unterrichtstunden haben wie z.B. Mathe. Dort lernen sie dann Formen, Farben etc. Hier, im Flur vor dem Gruppenraum, sahen wir endlich auch einmal Kinder.

Sie wurden gerade angezogen und es war sofort zu erkennen, wie diszipliniert die Kleinen vor der Erzieherin standen und gewartet haben, dass sie fertig angezogen sind. Ganz anders als in den Einrichtungen, in denen wir arbeiten.

Nun sahen wir uns den Sportraum an. Dort spielten die Kinder gerade ein Spiel in der Gruppe. Auch hier wurde alles leise als wir reinkamen und wir wurden nur auf Aufforderung begrüßt, ohne ständiges Dazwischen-Gerufe. Alle Kinder trugen eine Art Uniform. Dunkle Hose und weißes T-Shirt. Jede Gruppe kann sich auf die Farben einigen.

 

Als nächstes sahen wir uns das Schwimmbad und die Sauna an. Es fiel sofort auf, dass vom Staat viel Geld in den Kindergarten gesteckt wird.

 

Verabschiedet wurden wir wieder im Eingangsbereich, wo wir unsere Gastgeschenke (Stifte) überreichten und uns für die Möglichkeit des Besuchs bedankten. Der Besuch war sehr interessant und ist klar geworden, dass das autoritäre System den Kindern schon im Kindergarten beige-

bracht wird. Überall herrscht strenge Disziplin. Dabei empfanden wir die Erzieherinnen streng, aber nicht als lieblos. Es wird viel daran gesetzt die guten Kinder zu fördern und Eliten herauszubilden. Benachteiligte Kinder gibt es in einem normalen Kindergarten nicht, laut Leiterin höchstens Kinder mit Sehschwächen, alle anderen gehandicapten Kinder kommen ins Behindertenheim.

 

(J. Greßhörner; B. Drücker)

Kindergarten in Minsk
Reisebericht Minsk 2010
Minskreisebericht_2010.pdf
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