Filme zu Belarus

„Komm und sieh“ (1985)

Regie Elem Germanowitsch Klimow.

Die Handlung spielt in Weißrussland (damals BSSR) im Jahre 1943. Die Hauptfigur des Films, der fünfzehnjährige Florian, genannt Fljora, geht gegen den Willen seiner Eltern zu den Partisanen. Als er sich ihnen anschließt, sind das Leben im Wald und der Kampf gegen die Besatzer für Fljora noch ein großes Abenteuer. Doch im Laufe des Films erlebt der Junge ein Martyrium. So findet er, zwischenzeitlich in sein Dorf zurückgekehrt, einige Bewohner des Dorfes erschossen vor. Fljora erlebt den barbarischen Vernichtungskrieg der SS gegen die weißrussische Zivilbevölkerung aus nächster Nähe

 

„89 mm - Freiheit in der letzten Diktatur Europas“ (2005)

Regie Sebastian Heinzel;

Der Film beschreibt das Lebensgefühl sechs junger Weißrussen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versuchen, einen Weg für sich und ihre Zukunft zu finden.

 

„Besatzung. Mysterien“ („Akupacyja. Misteryi“) (2003)

Regie: Andrey Kudsinenka

Der Filmregisseur Andrej Kudsinenka gehört zu der neuen Welle der belarussischen Intellektuellen. Sein Ziel ist die nach dem Zerfall des sowjetischen Imperiums entstandene Selbstanschauung der belarussischen Nation umzudenken und zu analysieren. Offiziell sind die Partisanen des Zweiten Weltkrieges in Belarus als Helden angesehen. Es gibt aber auch unabhängige Historiker, welche die "Waldbrüder" eher als Banditen darstellen. Die Wirklichkeit liegt eher in der Mitte zwischen Weiß und Schwarz, meint Andrey Kudsinenka.

Seine Partisanen sind vor allem nur die Menschen, die in verschiedene Situationen geraten, und auf unterschiedliche Weise einen Ausweg zu finden versuchen. Darüber geht es in dem Film "Besatzung. Mysterien" (2003). Der junger Belarusse Adam, der sich über das zynische Verhalten der Partisanen entsetzt; der aus Moskau importierte Partisan Schtyrkin, der die von ihm getöteten Deutschen und seine Liebhaberinnen in Dutzenden zu zählen weiß; ein deutscher Soldat, der sich in der Hütte einer stummen Frauen versteckt – sie alle sind auf diese oder andere Weise Partisanen, und keiner von ihnen passt in die heutige offizielle belarussische Ideologie.

"Besatzung. Mysterien" ist ein echter Partisanenfilm. Er wurde ohne Hilfe vom Staat gedreht, die Premieren waren nicht öffentlich, den Film kann man in keinem Kino sehen, die DVD ist nirgendwo zu kaufen. Die Videokassetten mit Kopien werden von einem zu den anderen wiedergegeben.

 

„Goodby, Bat’ka!“ (2006)

Regie: Pauliuk Kanavaltschyk

Dauer: 24 Minuten

Spielfielm (Komödie)

Sprachen: Belarussisch, Trasyanka (Belarus-Russisches Kauderwelsch)

Untertitel: Englisch

Eine Cover-Version des deutschen Films „Goodbye Lenin“. Statt Lenin handelt es sich aber um „Bat’ka“ (der Spitzenname des autoritären belarussischen Präsidenten Aliaksandr Lukaschenka). Der Vater von einem belarussischen Typ Kalyan hat viel Glück gehabt: der Präsident hat ihm die Hand geschüttelt. Der Vater feiert das Ereignis mit seinen Kumpels, und fällt in ein Alkohol-Koma. Während er im Koma liegt, wird Belarus zu einem demokratischen Land. Als der Vater wieder wach wird, muss Kalyan für ihn die Illusion der autoritären Wirklichkeit im Land schaffen. Der Film ist von dem „Navinki Home Studio“ gedreht. Das Underground-Studio wurde von den ehemaligen Mitarbeitern der oppositionellen satirischen Zeitung „Navinki“ gegründet, die die mittlerweile verboten ist. Auch diesen Film gibt es offiziell nirgendwo zu erstehen.

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